Entstehung der Atherosklerose
Die Entstehung beginnt meist mit einer Schädigung der innersten Gefäßschicht, des sogenannten Endothels. Solche Schäden können durch Bluthochdruck, Rauchen, erhöhte Blutfette oder Diabetes mellitus entstehen. Durch die geschädigte Gefäßwand können LDL-Cholesterinpartikel in die Gefäßwand eindringen. Dort werden sie oxidiert und lösen eine lokale Entzündungsreaktion aus.
Im nächsten Schritt wandern Immunzellen, insbesondere Monozyten und Makrophagen, in die Gefäßwand ein. Diese nehmen das oxidierte LDL auf und verwandeln sich in sogenannte Schaumzellen. Es entstehen zunächst sogenannte Fettstreifen, die bereits bei jungen Menschen nachweisbar sein können.
Mit der Zeit entwickelt sich daraus die atheromatöse Plaque. Diese besteht aus einem lipidreichen Kern mit Cholesterin, Entzündungszellen und Zelltrümmern sowie einer bindegewebigen Kappe aus glatten Muskelzellen und Kollagen. Die Plaque verengt zunehmend das Gefäßlumen und vermindert die Durchblutung. Besonders gefährlich sind instabile Plaques mit dünner fibröser Kappe. Reißt eine solche Plaque auf, kommt es zur Bildung eines Blutgerinnsels, eines Thrombus. Dieser kann das Gefäß akut verschließen und beispielsweise einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen.
Epidemiologie
Epidemiologisch gehört die Atherosklerose zu den bedeutendsten Erkrankungen weltweit. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in vielen Industrieländern die häufigste Todesursache. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit deutlich an. Männer sind im mittleren Lebensalter häufiger betroffen, während sich das Risiko bei Frauen nach der Menopause annähert. Durch westliche Lebensgewohnheiten, Bewegungsmangel und Fehlernährung nimmt die Erkrankung auch in Schwellenländern stark zu.
Risikofaktoren
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen erhöhte LDL-Cholesterinwerte, arterielle Hypertonie, Rauchen und Diabetes mellitus. Diese Faktoren gelten als besonders bedeutsam, da sie direkt die Gefäßschädigung fördern. Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht, Bewegungsmangel, chronischer Stress und eine ungesunde Ernährung mit hohem Anteil gesättigter Fette und Zucker. Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle, insbesondere wenn nahe Angehörige früh an Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkrankt sind.
Zusammenfassung
Die Atherosklerose ist eine entzündlich-degenerative Gefäßerkrankung, die über Jahre oder Jahrzehnte entsteht. Die Bildung atheromatöser Plaques bildet die Grundlage vieler kardiovaskulärer Erkrankungen. Da viele Risikofaktoren beeinflussbar sind, kommt der Prävention durch gesunde Lebensweise und konsequente Behandlung von Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes eine zentrale Bedeutung zu.
