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Herzklappen

Aortenklappe

Erfahren Sie alles über die Aortenklappe, ihre Erkrankungen wie Stenose und Insuffizienz, sowie moderne Diagnose- und Behandlungsmethoden.

Aortenklappenstenose und Aortenklappeninsuffizienz

Aortenklappenstenose – die 'enge Klappe':

Bei der Aortenklappenstenose ist die Klappe zwischen der linken Herzkammer und der Hauptschlagader (Aorta) verengt. Das Herz muss gegen einen erhöhten Widerstand pumpen. Über Jahre passt sich der Herzmuskel an, indem er dicker wird (Hypertrophie). Irgendwann reicht diese Anpassung nicht mehr aus, und es kommt zu Beschwerden wie Schwindel, Ohnmacht, Luftnot oder Brustschmerzen.

Aortenklappeninsuffizienz – die 'undichte Klappe':

Bei der Aortenklappeninsuffizienz schließt die Klappe nicht mehr vollständig. Ein Teil des Blutes fließt nach jeder Herzaktion zurück in die linke Herzkammer. Das Herz muss mehr Blut pumpen, um denselben Auswurf zu erzielen. Langfristig führt dies zur Erweiterung und Schwächung der linken Herzkammer.

Anpassung des Herzens – Hypertrophieformen

Bei der Stenose entsteht eine konzentrische Hypertrophie: Die Herzwände werden dicker, das Kammervolumen bleibt zunächst gleich. Bei der Insuffizienz entsteht eine exzentrische Hypertrophie: Die Kammer weitet sich aus, die Wände werden dünner.

Warum nicht die Symptome allein entscheidend sind

Bei der Aortenklappenstenose kann das Herz über viele Jahre kompensieren, ohne dass der Patient Beschwerden spürt. Wenn Symptome auftreten, ist die Erkrankung oft bereits weit fortgeschritten. Deshalb sind regelmäßige echokardiographische Kontrollen wichtig, um den richtigen Zeitpunkt für einen Eingriff nicht zu verpassen.

Operativer Aortenklappenersatz – Ablauf Schritt für Schritt

Narkose und Eröffnung des Brustkorbs:

Der Patient wird in Vollnarkose versetzt. Der Chirurg öffnet den Brustkorb durch einen Schnitt entlang des Brustbeins (Sternotomie). Dann wird die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen, das Herz wird stillgelegt.

Entfernung der alten Klappe und Einsetzen der Prothese:

Die verkalkte Aortenklappe wird entfernt. Dann wird eine neue Klappenprothese eingenäht – entweder eine biologische Klappe (aus Tier- oder menschlichem Gewebe) oder eine mechanische Klappe (aus Metall und Kunststoff).

Biologische Klappen haben den Vorteil, dass keine dauerhafte Blutverdünnung nötig ist, verschleißen aber nach 10–20 Jahren. Mechanische Klappen halten ein Leben lang, erfordern aber eine lebenslange Einnahme von Blutverdünnern.

TAVI – Implantation über die Leiste

TAVI steht für Transcatheter Aortic Valve Implantation. Dabei wird eine neue Klappe über einen Katheter, meist über die Leistenarterie, bis zum Herzen vorgeschoben und dort entfaltet. Die alte, verkalkte Klappe wird dabei nicht entfernt, sondern zur Seite gedrückt.

Ablauf vereinfacht:

Örtliche Betäubung oder leichte Narkose, Einführen des Katheters über die Leiste, Positionierung der neuen Klappe in der alten, Entfaltung der neuen Klappe durch Aufblasen eines Ballons oder durch Selbstentfaltung.

Warum ist TAVI schonender?

Kein großer Schnitt am Brustkorb, keine Sternotomie, keine Herz-Lungen-Maschine notwendig, deutlich kürzere Erholungszeit.

Chancen und Limitationen

Chancen der TAVI:

Sehr gute Ergebnisse bei älteren und hochrisiko Patienten, kurze Krankenhausaufenthalt, schnelle Erholung, vergleichbare Langzeitergebnisse wie chirurgischer Ersatz bei geeigneten Patienten.

Limitationen der TAVI:

Nicht für alle Klappensituationen geeignet, Risiko für Herzschrittmacher-Implantation nach dem Eingriff, Paravalvuläre Leckagen möglich.

Chancen der Operation (chirurgischer Ersatz):

Sehr gute Langzeitergebnisse, bewährtes Verfahren, Wahl des Klappentyps möglich.

Limitationen der Operation:

Größerer Eingriff, längere Erholungszeit, höheres Risiko bei älteren oder kranken Patienten.

Direkter Vergleich – Kernaussage

Bei jüngeren, fitten Patienten ist der chirurgische Ersatz oft vorzuziehen. Bei älteren oder risikoreichen Patienten ist TAVI häufig die bessere Option. Die Entscheidung sollte individuell im Herzteam getroffen werden.

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